Verfasst von: m4rtin | Oktober 11, 2009

IRONMAN Hawaii 2009

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(The World Champion „Craig Alexander„)

Was für ein Rennen! Bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii war mal wieder alles dabei. Da meine Zeit aber begrenzt ist, versuche ich mich kurz zu fassen. Erst ein paar eigene Worte, und anschließend greife ich auf Passagen von Tri-Mag zurück.

Craig Alexander hat seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen können. Mit auf dem Podium der Weltmeisterschaft stehen Chris Lieto und der deutsche Neuling (auf Hawaii) Andreas Raelert. Nach dem Schwimmen bildete sich schnell eine große Radgruppe mit Ausnahme von Andy Potts und John Flanagan, die mit ca. 2 Minuten Vorsprung aus dem Wasser stiegen. Nach dem Wendepunkt setzte sich Chris Lieto aus der großen Gruppe ab und es gelang ihm bis zu T2 einen 10. Minütigen Vorsprung raus zu fahren. Etwas enttäuschend verlief die erste Hälfte des Rennens für Timo Bracht, der nach dem Schwimmen, die große Radgruppe leider verpasste. Norman Stadler und Faris Al-Sultan (machte lange die Führungsarbeit und bot ein starkes Rennen; am Ende der 10. Platz) wechselten innerhalb der großen Radgruppe aufs Laufen.

Beim Laufen stellte sich schnell heraus, dass Craig Alexander und Andreas Raelert die meisten Reserven mobilisieren konnten. Seite an Seite machten sie Platz für Platz gut und jagten Chris Lieto. In der zweiten Hälfte des Marathons setzte sich Craig von Andreas ab und übernahm wenig später auch die Führung. Auf den ersten drei Plätze änderte sich dann nichts mehr bis zum Ziel.

Beeindruckend war die Leistung von Andreas Raelert, der zum ersten Mal auf Hawaii am Start stand. Timo bewies Kampfgeist und beendete mit einem Sub3 Marathon die Weltmeisterschaft auf dem 6. Platz.

Deutsche Profis endlich wieder vorn dabei
Beim ersten Versuch stellte sich Raelert damit an die Spitze einer langen Liste guter deutscher Ergebnisse mit fünf Top-20-Resultaten. Nach zwei mageren Jahren zeigten die erfolgsverwöhnten Deutschen wieder, dass sie zur Weltspitze auf der Triathlon-Langdistanz unbedingt dazugehören. Timo Bracht kämpfte sich nach Pech im Schwimmen auf dem Rad ganz allein immer weiter heran an die erste Gruppe und leistete mit seinem sechsten Platz Wiedergutmachung für seine Disqualifikation im Vorjahr. Auch Faris Al-Sultan mag seinen zehnten Platz nach einem mutigen Rennen als Genugtuung empfinden nach zwei eher mittelmäßigen Jahren. Maik Twelsiek krönte seine hervorragende Vorstellung auf dem Rad mit Platz 12, Stephan Vuckovic kam auf Rang 20 ins Ziel. Bester Schweizer wurde Mathias Hecht als 13., der in Deutschland geborene Luxemburger Dirk Bockel schaffte als Siebter bei seinem Kona-Debüt den Sprung in die Top Ten.
(© by tri-mag.de)

Auch bei den Altersklassen-Athleten sicherten sich die deutschsprachigen Sportler die besten Plätze: Christian Müller und Stefan Werner waren als 31. und 32. der Gesamtwertung die Schnellsten, Max Renko aus Österreich folgte auf Rang 34.
(© by tri-mag.de)

Bei den Damen gab es ein gewohntes Bild. Chrissie Wellington konnte in überragender Manier ihren dritten Siege in Folge feiern. Mit einer neuen Bestzeit hatte sie am Ende fast 20 Minuten Vorsprung auf die Zweitplazierte. Sandra Wallenhorst finishte auf Rang 9.

Wellington siegt mit neuem Rekord
Die haushohe Favoritin Chrissie Wellington hat zum dritten in Folge die Ironman World Championship auf Hawaii gewonnen. Die Vorjahresdritte Sandra Wallenhorst aus Hannover kam als beste Deutsche auf den neunten Platz.

Auf den letzten Meilen zum Ziel bekam die Chrissie-Wellington-Show zunehmend menschliche Züge. Immer schwerer fielen der Britin ganz offensichtlich die Schritte auf dem glühend heißen Asphalt des Queen Kaahumanu Highway, mehr noch als sonst entlarvte sich ihr Lächeln an den Verpflegungsstellen als Kraftanstrengung. Die dunkelgrauen Regenwolken unter dem Hualalai-Vulkan, die drei Stunden zuvor noch die von so vielen herbeigesehnte Abkühlung versprochen hatten, waren unverrichteter Dinge wieder verschwunden, kein Wind wollte den Schweiß auf der Haut der Athleten kühlen.
(© by tri-mag.de)

Nicht im gewohnten Fluss
Für Sandra Wallenhorst lief schon der Auftakt im 26 Grad warmen Pazifik nicht wie erwartet. Fast 13 Minuten büßte die Hannoveranerin auf den 3,9 Kilometern ein auf Zelenkova, gut acht auf Wellington. Selbst die Schweizerin Natascha Badmann und ihre Erzkonkurrentin Yvonne van Vlerken aus den Niederlanden waren vor ihr aus dem Wasser. Als sich dann nach 60 Kilometern auch noch eins der Gelkissen an ihrem Zeitfahrlenker auflöste und Wallenhorst nur knapp einem Sturz entging, war wohl aller Fluss dahin. Als 23. ging Wallenhorst auf die Laufstrecke, „brutal heiß sei es dort draußen gewesen“, erzählte sie später. Immerhin: zwar liegt sie mit ihrer Marathonzeit von 3:09:24 Stunden mehr als 10 Minuten hinter der vom Vorjahr, doch weil es vielen ihrer Konkurrentinnen bei Temperaturen von über 35 Grad noch schlechter ging, reichte es für die Ironman-Europameisterin am Ende doch noch für einen Platz unter den besten Zehn der Welt.
(© by tri-mag.de)

Ironman World Championships
3,86 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,195 km Laufen
10. Oktober 2009, Kailua-Kona, Hawaii

1. Craig Alexander (AUS) 8:20:21 (50:57-4:37:33-2:48:05)
2. Chris Lieto (USA) 8:22:56 (51:07-4:25:10-3:02:35)
3. Andreas Raelert (GER) 8:24:32 (51:00-4:38:00-2:51:04)
4. Chris McCormack (AUS) 8:25:20 (52:51-4:32:44-2:55:58)
5. Rasmus Henning (DEN) 8:28:17 (51:06-4:37:07-2:55:33)
6. Timo Bracht (GER) 8:28:52 (54:30-4:33:49-2:56:27)
7. Dirk Bockel (LUX) 8:29:55 (50:50-4:37:28-2:57:41)
8. Pete Jacobs (AUS) 8:30:15 (50:03-4:38:41-2:57:13)
9. Andy Potts (USA) 8:30:30 (47:45-4:46:06-2:52:14)
10. Faris Al-Sultan (GER) 8:31:44 (50:53-4:33:40-3:03:10)

12. Maik Twelsiek (GER) 8:35:10 (52:54-4:28:34-3:09:27)
13. Mathias Hecht (SUI) 8:37:29 (50:54-4:37:31-3:04:47)
18. Ronnie Schildknecht (SUI) 8:49:15 (53:33-4:43:38-3:07:40)
20. Stephan Vuckovic (GER) 8:51:35 (52:50-4:56:30-2:58:12)
(© by tri-mag.de)

Ironman World Championships
3,86 km Schwimmen, 180 km Rad, 42,195 km Laufen
10. Oktober 2009, Kailua-Kona, Hawaii

1. Chrissie Wellington (GBR) 8:54:02 (54:31-4:52:06-3:03:05)
2. Mirinda Carfrae (AUS) 9:13:59 (58:45-5:14:17-2:56:51)
3. Virginia Berasategui (ESP) 9:15:28 (58:52-5:01:41-3:10:43)
4. Tereza Macel (HUN) 9:23:43 (53:29-5:04:17-3:21:11)
5. Rebekah Keat (AUS) 9:25:48 (57:17-5:15:50-3:04:31)
6. Samantha McGlone (CAN) 9:30:28 (58:47-5:16:16-3:11:26)
7. Rachel Joyce USA) 9:32:27 (53:31-5:10:03-3:23:43)
8. Joanna Lawn (NZL) 9:34:45 (57:16-5:19:09-3:13:34)
9. Sandra Wallenhorst (GER) 9:38:28 (1:03:07-5:20:42-3:09:24)
10. Dede Griesbauer (USA) 9:40:59 (55:05-5:10:21-3:30:52)
(© by tri-mag.de)


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